AD(H)S- meine Sichtweise & meine Erfahrung


Was bedeutet ADS oder ADHS eigentlich im Wesentlichen, abstrakt betrachtet? Die einen sind hyperaktiv und impulsiv und die anderen in sich zurückgezogen und verträumt. Es herrscht ein Ungleichgewicht - etwas ist zu viel oder zu wenig. Die Balance fehlt, denn wir alle tragen alles in uns.


Wir brauchen das Hyperaktive genauso wie das Verträumte. Nur in Maßen und mit einem Regler für die richtige Balancierung.


Kraft, Taktik, Sanftmut und Einfühlungsvermögen in einem, verhelfen uns zu einem glückseligen Leben.


Die Kombination ist der Motor - der Auftrieb, um vorwärtszukommen. Wenn wir auf das eigene Körpergefühl und die eigene Wahrnehmung hören und achten, wirkt das Zusammenspiel wie eine interne Selbstregulierung.


Es darf alles sein, alles ist erlaubt, so lange keiner zu schaden kommt und der Wille des anderen geachtet wird.

Schau dich mal um – weder die Gesellschaft ist in Balance, geschweige denn die Erwachsenen im Einzelnen. Wie können dann unsere Kinder in Balance sein?


Unsere Kinder sind sehr feinfühlig und sensibel und spüren förmlich die Energien (Gefühle und Emotionen) der Gesellschaft, der Eltern / Familie / Freunde & Bekannte und der anderen Kinder. Sie zeigen uns, wie es kollektiv aussieht.


Wie können wir diese Stimmungsmelder stigmatisieren, abstempeln oder mit Medikamenten ruhig stellen?


Natürlich kommen auch körperliche Dysbalancen hinzu, die genauso Beachtung benötigen wie die seelischen Dysbalancen.


An dieser Stelle möchte ich jedoch auf eine wichtige Kernbotschaft hinweisen.


Jedes Verhalten im Außen hat ein inneres Pendant - einen Grund. Den Ursprung allen Übels.

7 Jahre lang habe ich am eigenen Leib erfahren, wie es ist, eine Mutter mit einem „ADHS Kind Stempel“ zu sein.


Schamgefühle, gegenüber der Schule, Familie, Umfeld, Ärzten, zu mir selbst und ein starkes Gefühl von Hilflosigkeit und Machtlosigkeit „etwas bewirken zu wollen“, gepaart mit der Fassungslosigkeit, dass das eigene Kind einen Stempel hat, haben mich oft an den Rand meiner Kräfte und Macht gebracht.


Wie oft war ich verzweifelt und ratlos, bin jedem Strohhalm an „bekannten Hilfsmittel und Methoden“ nachgegangen. Habe mein Kind wie ein Versuchskaninchen beobachten, therapieren und behandeln lassen. Doch was hat es gebracht? Man konnte zusehen, wie es zu einer Abwärtsspirale mit vielen Wutausbrüchen, Krawall und Remmidemmi zwischen Kind und Familie wurde.


Es gab zu vielen Eskalationen in der Schule, ellenlange Krisengespräche in der Schule, Schulwechsel und schlussendlich ein Rausschmiss aus der Schule.


Ja, mein Sohn war eins der Kinder die es gar nicht gibt, die nicht in die Schule gehen.

Ganze 3 Monate lang war er zu Hause. Was in dieser Zeit bei uns Eltern, ihm als Kind und untereinander abging, möchte ich gar nicht erwähnen.


Grenzerfahrungen die ich keinem wünsche und die nicht wiederholt werden wollen.


Wie konnte es so weit kommen?


So tat ich doch alles was man mir empfohlen hatte.


Schulbegleitung, Logopädie, Ergotherapie, Einzelsitzungen, Gruppensitzungen, Psychologen, Psychiater, Tageskliniken, vierwöchigen Klinikaufenthalt, Medikamente.